Kurz & Knapp

Die wesentlichen Ausgaben fĂĽr deinen Studienaufenthalt bestehen aus Lebenshaltungskosten, StudiengebĂĽhren, Semesterbeitrag und Krankenversicherung.

Stipendien können dir dabei helfen, dein Studium im Ausland zu finanzieren.

Ca. 1.000 Euro im Monat zum Leben  

Zwischen 900 und 1.200 Euro monatlich – so hoch sind die Lebenshaltungskosten ungefähr, wenn du in Deutschland studierst. Wie hoch genau, hängt z.B. davon ab, ob du in einer groĂźen oder kleinen Stadt lebst. Mit folgenden Kosten musst du rechnen: 

  • Semesterbeitrag, 
  • Lebenshaltungskosten (Miete, Essen, Kleidung, BĂĽcher, Telefon etc.), 
  • Kosten fĂĽr eine Krankenversicherung und 
  • – je nach Bundesland – eventuell StudiengebĂĽhren.
Linh berechnet eine Summe mit der Taschenrechnerapp auf ihrem Smartphone
Der monatliche Betrag den Studierende benötigen, unterscheidet sich je nach Situation© DAAD/Henning Ross

Ein Monat in Deutschland

Je nachdem, an welchen Hochschulstandort du gehen möchtest und wie sparsam du lebst, kannst du die monatlichen Kosten fĂĽr dein Studium deutlich reduzieren. Etwa, indem du ein Fahrrad statt öffentlicher Verkehrsmittel benutzt, durch Mensabesuche deine Lebensmittelkosten pro Monat reduzierst oder in eine WG ziehst. Andere Kosten wiederum sind fix und lassen sich nicht senken: Den größten Anteil der monatlichen Ausgaben macht die Wohnungsmiete aus. Allerdings variiert sie im Städtevergleich. Studierende zahlen je nach Hochschulort pro Monat zwischen 290 und 560 Euro fĂĽr eine Unterkunft. In einigen GroĂźstädten wie Köln, MĂĽnchen, Hamburg, DĂĽsseldorf und Frankfurt am Main sind die Mieten ĂĽberdurchschnittlich hoch.

Finanzierungsnachweis

Das bedeutet: 900 bis 1.200 Euro sind ein Richtwert – du kannst also auch mit weniger auskommen oder eventuell in manchen Städten mehr benötigen. Die meisten Studierenden wohnen in einem oder in einer . Eine eigene Wohnung ist dagegen meist recht teuer. Zu Beginn solltest du auch die Kaution für das Zimmer oder die Wohnung einplanen. Die Höhe der Kaution ist sehr unterschiedlich. Meist musst du mehrere hundert Euro hinterlegen.

Zusammensetzung eines Semesterbeitrags

Semesterbeitrag

Alle Studierenden einer Hochschule müssen einen Semesterbeitrag bezahlen. Er besteht aus Beiträgen für das Studierendenwerk und die Studierendenselbstverwaltung (AStA). Der Semesterbeitrag variiert je nach Hochschule und liegt zwischen 70 und 430 Euro. Er wird bei der Einschreibung für das Studium und vor Beginn jedes neuen Semesters fällig. Ob weitere Kosten für das Studium entstehen, zum Beispiel für Arbeitsmaterialien wie Fachbücher und Kopien, hängt vom Studienfach ab.

An vielen Hochschulen sind im Semesterbeitrag auch die Kosten für ein Semesterticket enthalten. Damit kannst du ein halbes Jahr lang in der Umgebung deiner Hochschule kostenfrei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren (oder an teilnehmenden Hochschulen mit dem Deutschland-Semesterticket sogar in ganz Deutschland). Je nach Ort und Reichweite des Tickets kann es von 25 Euro bis zu 200 Euro kosten und ist dann bereits im Semesterbeitrag enthalten. An manchen Unis musst du das Semesterticket jedoch zusätzlich zu dem Semesterbeitrag zahlen. Dann kannst du meist aber entscheiden, ob du das möchtest: Wohnst du etwa in der Nähe der Hochschule, brauchst du das Ticket vielleicht nicht.

Eine Person kalkuliert Lebenshaltungskosten auf deinem Zettel
Lebenshaltungskosten© DAAD/Henning Ross

StudiengebĂĽhren

Staatliche Hochschulen verlangen fĂĽr Bachelorstudiengänge sowie fĂĽr viele Masterstudiengänge in der Regel keine StudiengebĂĽhren. In einigen wenigen Bundesländern gibt es jedoch GebĂĽhren fĂĽr ein Zweitstudium oder ein Langzeitstudium.

Ausnahme: Das Bundesland Baden-Württemberg erhebt Gebühren für Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger in Höhe von 1.500 Euro pro Semester für das Studium (Bachelor, Master, Diplom, Staatsexamen). Promovierende sind von den Gebühren nicht betroffen. 

Für einzelne Masterprogramme und Online-Studiengänge müssen hingegen Studiengebühren bezahlt werden, die teils hoch sind: in wenigen Ausnahmefällen sogar mehr als 10.000 Euro pro Semester. Private Hochschulen verlangen zumeist sehr hohe Studiengebühren.

Die Höhe der Studiengebühren sagt in Deutschland nichts über die Qualität der Ausbildung aus. Auch die kostenfreien Studiengänge haben eine sehr gute Qualität.

Link

Mehr Informationen zu deiner Krankenversicherung erhältst du .

Krankenversicherung 

Wer sich an einer deutschen Universität einschreiben möchte, benötigt eine Krankenversicherung – das gilt auch fĂĽr Studierende aus dem EU-Ausland. FĂĽr sie reicht der Nachweis einer gesetzlichen Krankenversicherung in ihrem Heimatland. Falls der Versicherungsschutz, den du in deinem Heimatland hast, nicht in Deutschland gĂĽltig ist, musst du dich hier versichern. In einer gesetzlichen Krankenkasse kostet das rund 110 Euro pro Monat, wenn du nicht älter als 30 Jahre alt bist oder das 14. Fachsemester noch nicht beendet hast. Danach steigt der Mitgliedsbeitrag auf mindestens 166 Euro pro Monat.

Stipendienprogramme fĂĽr Studierende

Es gibt viele Fördermöglichkeiten für deinen Studienaufenthalt in Deutschland. Der DAAD bietet Stipendienprogramme für deutsche und internationale Studierende, Graduierte sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an.

Weitere Stipendien fĂĽr internationale Studierende gibt es bei parteinahen Stiftungen, konfessionellen Einrichtungen oder wirtschaftsnahen Organisationen.

Bitte beachte, dass die Förderung eines gesamten Studiums vom ersten bis zum letzten Semester beim DAAD und den meisten anderen Institutionen oft nicht möglich ist. Meist werden auch keine Studienanfängerinnen bzw. -anfänger gefördert. Die Auswahlverfahren sind sehr streng. Du solltest auch wissen, dass kein genereller Anspruch auf ein Stipendium besteht.

Die Stipendien-Datenbank des DAAD

Erasmus+

FĂĽr Studierende aus einem der 27 EU-Länder sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der TĂĽrkei und Mazedonien gibt es besondere Austauschprogramme. Ein Beispiel ist das Programm Erasmus+.  

Damit werden einzelne Auslandsaufenthalte (Studium und Praktikum) von drei (beim Studium) bzw. zwei (beim Praktikum) bis zwölf Monaten gefördert. Je nach Studienphase (Bachelor, Master, Promotion) steht dir bei Erasmus+ insgesamt ein Förderzeitraum von zwölf Monaten zur VerfĂĽgung. Du kannst diese Förderung pro Studienphase erhalten und bekommst einen monatlichen Förderbetrag. Die Höhe bestimmt deine Heimathochschule, die sie nach Vorgaben der Europäischen Kommission festlegt. Erasmus+-Studierende sind auĂźerdem von den StudiengebĂĽhren an der Gasthochschule befreit.  

Information und Beratung zu den verschiedenen Möglichkeiten, Bewerbungsverfahren und Antragsfristen erhältst du beim Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule und 

Fazit

Wenn du deinen Hochschulstandort in Deutschland wählst, lohnt es, sich ĂĽber die Lebenshaltungskosten vor Ort zu informieren. Denn sie unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. 

Diverse Stipendienprogramme können helfen, dein Studium in Deutschland zu finanzieren.