Neu in Deutschland? Eine Wohnung zu finden, kann echt schwer sein. Ich möchte euch von meinen Erfahrungen erzählen.
Die Wohnungskrise in Deutschland macht es vielen Menschen schwer, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Zum Beispiel beträgt in Fulda die durchschnittliche Wartezeit auf einen Platz im Studentenwohnheim etwa acht Monate, während es in Berlin sogar zwei bis drei Semester dauern kann. Das bedeutet, dass man selbst eine Unterkunft finden muss.
Ich möchte heute meine Erfahrungen mit der Wohnungssuche mit euch teilen.
Bisher bin ich in drei verschiedene Städte gezogen: Heidelberg, Fulda und Berlin. In Heidelberg habe ich in einer Sprachschule mit Unterkunft gelebt. Als ich mich für den Sprachkurs angemeldet habe, musste ich mir keine eigene Wohnung suchen – das fand ich sehr vorteilhaft. Wenn man neu im Ausland ist, ist es oft eine Herausforderung, eine Wohnung zu finden oder wichtige Informationen zu bekommen. Die Unterkunft war sehr international. Ich habe manchmal zusammen mit anderen Bewohnerinnen gekocht. Das war eine schöne Erfahrung!
Danach bin ich für mein Masterstudium nach Fulda gezogen. Es war ziemlich anstrengend, dort eine Wohnung zu finden. Ich habe sehr viele Nachrichten an Vermieter*innen geschrieben, in denen ich mich vorgestellt habe. zum Beispiel meinen Studiengang, meine Hobbys, dass ich Sauberkeit mag. Ich habe auch Fotos von mir geschickt, damit ich einen freundlichen Eindruck mache. Von manchen habe ich eine Antwort bekommen und wurde zu WG-Besichtigungen eingeladen. Schließlich habe ich dann eine Wohnung gefunden. Meine Mitbewohnerin kommt aus Südkorea. Wir haben einen ähnlichen Geschmack, und wir kochen und essen oft gemeinsam. Dank ihr ist meine Lebensqualität viel besser geworden!
Danach bin ich nach Berlin gezogen. Das war bisher meine schwierigste Erfahrung bei der Wohnungssuche. Meistens habe ich gar keine Antwort bekommen. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich einmal eine Spam-E-Mail erhalten habe.
Die Wohnung sah auf den Fotos groß und ordentlich aus, fast wie ein Hotelzimmer und die Miete war im Verhältnis zur Lage und Größe unrealistisch niedrig. Ich habe eine E-Mail geschrieben, um mein Interesse zu zeigen, und kurz darauf eine Antwort erhalten. Diese E-Mail war voller grammatikalischer Fehler. Der angebliche Vermieter meinte, er sei gerade im Ausland und könne keine Wohnungsbesichtigung anbieten. Außerdem hat er mir Fotos von seinem Ausweis geschickt, um mein Vertrauen zu gewinnen – was aber sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise verschickt man keine persönlichen Ausweisdokumente.
Als ich dann das Wohnungsfoto per Bildsuche überprüft habe, habe ich es auf einer Hotel-Webseite wiedergefunden – da wurde mir klar, dass es sich um Betrug handelte.
Zum Glück habe ich später in Berlin eine sehr schöne Wohnung gefunden. Nachdem ich in die WG eingezogen war, wollte ich wissen, warum meine Mitbewohnerin gerade mich ausgewählt hat. Sie sagte, ich hätte einen freundlichen Eindruck gemacht. Beim WG-Casting hatte sie mich gefragt, wie alt ich bin – und ich antwortete lachend: ‚Rate mal!‘ Das fand sie sympathisch.
Nach meinem Auszug habe ich immer noch Kontakt zu meiner ehemaligen Mitbewohnerin. Wenn ich nach Berlin fahre, treffen wir uns manchmal.
Wenn man in einer Wohngemeinschaft lebt, hat man die Chance, neue Menschen kennenzulernen. Oft arbeiten sie in ganz anderen Bereichen, haben andere Hobbys oder Denkweisen, die man aus der eigenen Welt nicht kennt. Ich bin sehr dankbar, dass ich in verschiedene WG wohnen konnte und so Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Perspektiven und Lebensstilen kennenlernen durfte.
Viel Glück!


